Warum du kein Angebot auf Basis des Tagessatzes abgeben solltest
Stefan schreibt mir zum Thema Preisgestaltung:
Hallo Michael, ich hab da mal eine Frage, an der sich vermutlich die Geister scheiden…
Ist es bei „B2B“ sinnvoll, auf der Homepage (oder sonstiger Werbung) den eigenen Tagessatz zu nennen, oder halt nur „Angebot anfragen“?
Vielen Dank schon einmal.
Gruß, Stefan
Danke für Deine Frage, Stefan.
Bevor wir das Thema „Preise auf der Homepage“ diskutieren, möchte ich erst einmal ein anderes Thema ansprechen:
Kein Angebot auf Basis des Tages- oder Stundensatzes
Ich empfehle, ein Angebot, das man dem Kunden macht, nicht auf Basis eines Stunden- oder Tagessatzes zu gestalten. Und zwar, weil es in den meisten Fällen weder für den Kunden noch für einen selber sinnvoll ist.
Tagessatz nur für die interne Kalkulation
Einen Tagessatz sollte man für die interne Kalkulation verwenden, um sicherzustellen, dass man den Auftrag überhaupt wirtschaftlich abwickeln kann um am Ende nicht draufzahlt.
Für die Kommunikation mit dem Kunden gilt in vielen Fällen: Vergiss den Tagessatz.
Die Kunden möchten wissen, was sie für ihr Geld bekommen
In aller Regel möchten Kunden nicht wissen, wie die interne Kalkulation des Anbieters aussieht. Sie interessiert vielmehr, was sie für ihr Geld bekommen.
Daher ist es sinnvoll, ein Angebot auf Basis von Leistung und Nutzen zu erstellen und nicht auf Basis eines Stunden- oder Tagessatzes.
Ausnahmen: Abrechnung auf Stundenbasis
Natürlich gibt es Ausnahmen, beispielsweise bei der Eventfotografie, denn dort ist es für einen Kunden wichtig, wie viele Stunden der Fotograf vor Ort ist.
Eine weitere Ausnahme kann sein, wenn vor Durchführung des Auftrags überhaupt nicht klar ist, welches Ergebnis geliefert werden soll. Ich kann mich an eine solche Anfrage erinnern. Der Kunde sagte: „Ich möchte einfach, dass du mich als Fotograf einen Tag lang begleitest.“ Auch dann kann eine Abrechnung basierend auf der Zeit sinnvoll sein.
Preise auf der Website
Die Nennung von Preisen auf der Website ist im B2B-Bereich selten sinnvoll. Dafür sind die Anforderungen der Kunden und die einzelnen Aufträge zu unterschiedlich.
Businesskunden erwarten in der Regel ein individuelles Bedarfsgespräch oder liefern selbst ein Briefing, auf dessen Basis ein Angebot erstellt wird.
